Campinginformationen für Einsteiger

Anhängerkupplung

Die Anhängerkupplung ist das Verbindungsglied zwischen dem Zugfahrzeug und dem Anhänger. Üblich ist dabei im LKW-Bau die Verwendung einer sogenannten Maulkupplung, mit einem Kupplungsmaul und einem Bolzen. Die am Anhänger verwendete Zugvorrichtung mit einem Zugauge erlaubt die Übertragung hoher Kräfte und somit hoher Anhängelasten.
An Personenkraftwagen werden andere Anhängerkupplungen verwendet. Maulkupplungen wären am PKW zu groß und zu unhandlich und bedeuten zudem Wartungsaufwand.
Von Westfalia wurde 1932 ein System erfunden, das sich schnell als Standard bei PKW Anhängerkupplungen durchsetzte. Die sogenannte Kugelkopf Kupplung. Dabei befindet sich die Kugelförmige Aufnahme am Fahrzeug und das passende Gegenstück dazu an der Deichsel des Anhängers.
Dieser Kupplungstyp ist nahezu wartungsfrei und viel leichter als die massiven Maulkupplungen. Die Halterung für die Kugelkopf Anhängerkupplung kann individuell an die jeweiligen Fahrzeugtypen angepasst werden. Für fast jedes am Markt befindliche Fahrzeug gibt es eine passende Anhängerkupplung.
Der Kugelkopf hat im Neuzustand einen Durchmesser von 50 mm. Die Verschleißgrenze liegt bei 49 mm und darf keinesfalls unterschritten werden, da ansonsten eine sichere Arretierung des Anhängers nicht mehr gewährleistet ist. Reparaturen am Kugelkopf oder an den restlichen Teilen der Anhängerkupplung sind nicht zulässig. Insbesondere gilt dies für Schweißarbeiten.
Für jede Anhängerkupplung gibt es eine jeweils passende Einbauanleitung, an die man sich beim Anbau der Anhängerkupplung halten muss. Dabei wird in der Einbauanleitung die Lage und Größe der Befestigungslöcher ebenso vorgegeben, wie die Art der zu verwendenden Schrauben. Meist handelt es sich dabei um Schrauben mit einer höheren Zugfestigkeit.
Bei Verwendung einer gebrauchten Anhängerkupplung darf diese nicht in ihrer Struktur durch Rost geschwächt sein. Auch Beschädigungen durch einen vorangegangenen Unfall müssen auszuschließen sein.
An der Anhängerkupplung befindet sich eine Halterung für die Steckdose um den Anhänger mit Strom zu versorgen. Bei älteren Anhängerkupplungen und älteren Anhängern werden dabei 7-ploige Steckdosen verwendet, bei neueren findet man 13-polige.

Wowas in Anhängerkupplung

Der Kugelkopf ist frei von Verschmutzungen und Rost zu halten. Während der Zeit, in der die Anhängerkupplung nicht gebraucht wird, empfiehlt es sich, den Kugelkopf mit einer speziellen Kappe abzudecken. Man kann dafür auch einen aufgeschnittenen Tennisball verwenden. Eine lustige Alternative ist der Kopf einer Kasperltheaterpuppe. So hat man den Teufel, den Gendarm oder den Kasper selbst auf der Anhängerkupplung.
Neuere Anhängerkupplungen sind teilweise abnehmbar, man kann den hinteren Teil mit dem Kugelkopf abnehmen und im Kofferraum verstauen. So ist dieser vor Beschädigung und Diebstahl geschützt und trübt auch nicht das optische Bild des Fahrzeughecks. Bei ganz neuen Fahrzeugen, die ab Werk mit einer Anhängerkupplung bestellt werden, kann diese auch elektrisch betätigt versenkt werden.
An der Frage, ob der Kugelkopf der Anhängerkupplung mit Fett geschmiert werden soll oder nicht, scheiden sich die Geister. Fakt ist, dass man bei der Verwendung einer Antischlingerkupplung den Kugelkopf keinesfalls schmieren soll. Verwendet man keine solche Anhängerkupplung, dann kann man den Kopf dünn mit Fett bestreichen, unbedingt nötig ist dies aber nicht.
Früher musste eine Anhängerkupplung nach dem Einbau vom TÜV abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Heutzutage haben neue Anhängerkupplungen ein E-Prüfzeichen und müssen nicht mehr abgenommen werden. Allerdings muss sichergestellt sein, dass sie Fachgerecht eingebaut wurde.
Wird eine alte Anhängerkupplung eingebaut, die kein E-Prüfzeichen hat, ist weiterhin eine TÜV Abnahme notwendig.