Das Klappdach
Klapphochdächer gehörten schon früher zu den ersten Campingbussen. Mit Hilfe der Klappdächer wurde auf dem Dach der Fahrzeuge zusätzlicher Platz geschaffen, der zum schlafen genutzt wurde. Klappdächer konnten dabei ab Werk mit bestellt, oder nachträglich eingebaut werden. Dazu musste das Dach des Fahrzeugs aufgeschnitten werden um einen Durchstieg nach Oben zu erhalten. Dabei mussten und müssen die Fahrzeugeigenen Verstärkungen, die sogenannten Dachspriegel beachtet werden. Diese müssen entweder original erhalten bleiben, oder durch zugelassene Ersatzspriegel ersetzt werden. Nach dem Ausschneiden des Dachdurchstiegs wird die GFK-Schale des Klappdachs montiert. Die Schale wird am Heck des Fahrzeugs mit 2 Scharnieren befestigt. Es gab auch Ausführungen, die an einer Seite des Wagens angeschraubt wurden und dann nicht vorne, sondern seitlich aufgestellt werden konnten. Ist die Dachschale befestigt, wird der Zeltstoff zwischen dem Aufstelldach und dem Blechdach des Fahrzeugs angebracht. Dabei muss auf eine möglichst dichte Verbindung geachtet werden. Hat man das Dach fertig montiert, kann man bei stehendem Fahrzeug im Mittelteil Stehhöhe erreichen und durch Ausklappen der Matratze zwei zusätzliche Schlafplätze herstellen.

Das Klapphochdach bietet dabei viele Vorteile, aber leider auch manchen Nachteil. Verglichen mit einem festen Hochdach hat man mit einem Klapphochdach eine geringere Fahrzeughöhe und kann dadurch noch das eine oder andere Parkhaus befahren, da das Klappdach die Fahrzeughöhe nur um etwa 10-15 cm erhöht.
Beim Fahren hat man mit dem Klappdach allerdings den Nachteil, dass man die Bettsachen nicht oben liegen lassen kann, wie im festen Hochdach.
Bei Reisen in südliche Länder kann man die gute Durchlüftung, die der Zeltstoff bietet geniessen. Reist man allerdings in Länder oder in Gegenden mit mehr Niederschlag, muss man sich Gedanken darüber machen, ob man das Risiko eingehen möchte, nach mehreren Tagen Regen einen klammen Zeltstoff zu haben. Denn der Stoff hält auch bei bester Imprägnierung dem Regen nicht ewig stand.
Bei der Heimreise oder bei einer Weiterfahrt muss ausserdem gewährleistet sein, dass der Balg aus Zeltstoff völlig trocken ist, bevor das Dach eingeklappt wird.
Bislang war ein Klappdach den Campingbussen vom Schlage eines VW-Transporters, Ford Transit oder Mercedes MB 100 vorbehalten. Im Wohnwagenbereich wurde ein Klappdach nur in den kleinen Modellen von Eriba verwendet, die heute inzwischen Kultstatus erreicht haben.
In jüngster Zeit arbeiten 2 Wohnwagenhersteller wieder mit Klappdächern, um in der “oberen Etage” zusätzlichen Raum zum schlafen zu schaffen. Im Bereich der grossen, konventionell gebauten Wohnwagen ist dies ein Novum. Wie die Modelle mit Klappdach vom Markt angenommen werden, bleibt ab zu warten. Geeignet sind die Wohnwagenmodelle mit Klappdach für die reisende Familie, oder junge Paare. Ältere Camper werden es wohl eher nicht auf sich nhmen, mit einer Leiter das Dachbett zu erklimmen.

